In der Etikettenindustrie steht eine der komplexesten Regulierungsphasen ihrer Geschichte bevor. Die Behörden verschärfen die Gesetzgebung hinsichtlich der Nachhaltigkeit von Verpackungen, der Sicherheit von Chemikalien, der Materialien, mit denen Lebensmittel in Kontakt treten dürfen, und hinsichtlich der Produktinformation. Bei der Auswahl ihrer Materialien, Drucktechnologien und Produktionsprozesse spielt für Verpackungs- und Markenartikelhersteller jetzt eine zentrale Rolle, dass sie diese gesetzlichen Vorgaben einhalten. · Wie Etikettenhersteller mit Bobst die Nase vorn behalten.
Während diese Regulierungen für Konsumentinnen und Konsumenten höhere Sicherheit bedeuten, die Umweltverträglichkeit verbessern und die Lieferketten transparenter machen sollen, bringen sie für die betrieblichen Prozesse signifikante Herausforderungen mit sich. Marktführende Lieferanten wie Bobst können hier einen zunehmend wichtigen Beitrag dazu leisten, dass sich Verpackungshersteller schnell und sicher an das veränderte Regulierungsumfeld anpassen.
Ein sich schnell veränderndes Regulierungsumfeld
Da es immer mehr Belege dafür gibt, dass Substanzen aus Druckfarben, Klebstoffen und Verpackungsmaterialien in empfindliche Produkte migrieren können, verschärfen Regierungen in aller Welt die Vorschriften für Lebensmittelverpackungen, Arzneimittel, chemische Produkte und rund um die Nachhaltigkeit.
Die neue europäische Verpackungsverordnung Packaging and Packaging Waste Regulation (EU) 2025/40 (PPWR) stellt eine der weitreichendsten Veränderungen in der Verpackungsgesetzgebung der vergangenen Jahrzehnte dar. Anders als die bisherige Verordnung wird die neue Regulierung ab August 2026 in allen Mitgliedsstaaten der EU Gültigkeit haben.
Die PPWR schreibt vor, dass in der EU alle Verpackungen bis 2030 eine Recycelbarkeit von 70% aufweisen müssen und dieses Ziel bis 2038 noch verschärft wird. Etiketten dürfen die Recycling-Fähigkeit von Verpackungen nicht beeinträchtigen. Deshalb sollten ihre Hersteller mit Materialien und Druckfarben arbeiten, die leicht getrennt werden können und die die Recycelbarkeit von Verpackungen nicht verschlechtern. Ab 2028/2029 werden EU‑weit einheitliche Symbole eingeführt, die Verbraucherinnen und Verbrauchern helfen sollen, Verpackungen in geeigneter Weise zu sortieren. Darunter Piktogramme, die über die Materialarten informieren und Hinweise für ihre Entsorgung geben.
Zusätzlich zur PPWR schreibt die EU-Verordnung 2024/2865 vor, dass auf ausfaltbaren Etiketten, Mehrlagen-Etiketten oder Etiketten mit erweiterten Inhalten weitergehende Information anzugeben sind.
Gleichzeitig verschärfen die Behörden die Kontrollen für Inhaltsstoffe, die bei Druckfarben eingesetzt werden – was insbesondere für Verpackungen gilt, die mit Lebensmitteln in Kontakt treten.
Die aktualisierte Schweizer Verordnung, die zum 1. Februar 2026 in Kraft getreten ist, beinhaltet eine Positivliste zulässiger Substanzen und verlangt eine detaillierte Dokumentation potenziell migrierender Inhaltsstoffe.
Zwar wird sie weithin als umfassendste Verordnung zu Druckfarben gesehen und oft als De-facto-Standard genutzt. Dennoch tritt die Schweizer Verordnung mit der Umsetzung der deutschen Druckfarbenverordnung (German Ink Ordinance – GIO) zum 1. Januar 2027 in Deutschland in den Hintergrund. Mit zusätzlichen Inhaltsstofflisten und Migrationsgrenzwerten für Verpackungen, die in direkten Kontakt mit Lebensmitteln treten, wird diese Verordnung die Komplexität noch erhöhen.
Ein Kompass für Verpackungshersteller für die Navigation durch die Regulierungen
Das hohe Tempo und die Komplexität der Veränderungen in der Gesetzgebung stellen die Verpackungshersteller vor große Herausforderungen.
In diesem von Unsicherheiten geprägten Umfeld hat Bobst ein umfassendes Angebot an Maschinen, Druckfarben und Lösungen entwickelt, das Verpackungshersteller unterstützen soll, diese Herausforderungen aktuell und in Zukunft zu meistern.
Die Thalia-Tinten sind eine neue Generation von UV-Tinten für den Digitaldruck, die höchsten Konformitätsstandards gerecht werden. Bei den Thalia-Tinten haben Etikettenhersteller die Sicherheit, dass sie mit Tinten arbeiten, die den aktuellen und künftigen Vorschriften entsprechen – ohne dabei Kompromisse hinsichtlich der Druckqualität oder der Produktivität schließen zu müssen. Sie können die Thalia-Tinten bei einer beeindruckenden Geschwindigkeit von 100 m/min in allen Digitaldruckmaschinen von Bobst für die Etikettenherstellung einsetzen. Dafür sind keine Hardware-Upgrades erforderlich.
Mit verständlichen Dokumentationen und praxisbezogener Beratung unterstützt Bobst seine Kunden, die gesetzlichen Anforderungen zu verstehen und zu erfüllen. Alle Substanzen, die potenziell migrieren können, werden identifiziert sowie anhand toxikologischer Grenzwerte und Normen hinsichtlich Lebensmittelkontakten bewertet. Im Ergebnis können Kunden vollständig darauf vertrauen, dass sie die Vorschriften einhalten. Bobst kann seinen Kunden auch mit Konformitäts- und Migrations-Bewertungen zur Seite stehen sowie auf Basis zertifizierter Labortests und Modellierungen offizielle Migrations-Zertifikate ausstellen. Die Markteinführung der Thalia-Tinten wird mit einem eigens hierfür entwickelten Regulierungsrahmen für Materialien unterstützt, die mit Lebensmitteln in Kontakt treten (Food Contact Material / FCM). Dieser wurde mit dem Ziel entwickelt, vorhersagbare Konformität, hohe Leistungsfähigkeit im Digitaldruck und langfristige regulatorische Resilienz zu gewährleisten.
Die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben erfordert zudem die uneingeschränkte Korrektheit gedruckter Informationen. Bobst wird dieser Anforderung mit Technologien wie Accucheck gerecht. Dieses System für eine 100%-Inline-Inspektion prüft, ob Inhalte von Etiketten einwandfrei gedruckt wurden.
Digitale Plattformen wie die Digital Master-Serie wiederum integrieren Druck, Qualitätssicherung, Veredelung und Weiterverarbeitung zu einem Prozess, der eine verbesserte Rückverfolgbarkeit ermöglicht und das Risiko menschlicher Fehler verringert.
Mehrlagen-Etiketten: Digital- und Flexodrucklösungen
Da die Verordnungen stetig mehr Informationen fordern, wie das zum Beispiel bei der EU-Verordnung 2024/2865 zu Faltetiketten der Fall ist, werden mehrlagige Etiketten oder Etiketten mit erweiterten Inhalten insbesondere in Branchen wie der chemischen, der Lebensmittel- und der Pharmaindustrie unerlässlich.
Mit den Flexodruck-Plattformen von Bobst – einschließlich der Vision M1 und der Master M5 – lassen sich bei hoher Effizienz, bei minimalem Abfall und in einem Arbeitsgang kleine bis große Auflagen mehrlagiger Etiketten produzieren. Diese Plattformen mit hohem Automatisierungsgrad sind für ihre Flexibilität bekannt. Sie ermöglichen je nach Anforderungen an die Etikettenaufträge schnelles, einfaches und effektives Einrichten und Anpassen der Bahnwege – was überall dort ein entscheidender Faktor ist, wo Etiketten für unterschiedliche Anwendungen und mehrlagige Etiketten hergestellt werden.
Noch höhere Flexibilität und sogar noch kleinere Auflagen werden mit dem vollständig digitalen Druckmodul Flexjet ermöglicht. Mit ihm lassen sich in einem Maschinendurchlauf mehrlagige Etiketten herstellen und sowohl die Vorder- als auch die Rückseite (Klebe- und Trägerseite) von Etikettenmaterialien bedrucken. Integriert in Etikettendruckmaschinen der Digital Master-Serie, ermöglicht es bei komplexen Etiketten mit umfangreicheren Inhalten einen einstufigen und vollständig digitalen Druckprozess, der die Rentabilität in der Herstellung kleiner Auflagen noch erhöht.
Blick in die Zukunft: Noch mehr Regulierungen, zunehmende Bedeutung der KI
Die meisten Branchenexperten gehen davon aus, dass der von den Regulierungen ausgehende Druck noch zunehmen wird. Die Chemikalienstrategie der EU für Nachhaltigkeit (Chemicals Strategy for Sustainability) und die fortlaufenden REACH-Aktualisierungen werden wahrscheinlich weitere Restriktionen hinsichtlich der in Verpackungen und Druckfarben verwendeten Inhaltsstoffe mit sich bringen.
Nachhaltigkeitsinitiativen werden zu weiteren Verschärfungen bei den Anforderungen an die Recycling-Fähigkeit von Verpackungen führen und die Angaben zu ihrer Umweltverträglichkeit noch weitgehender regulieren. Länder wie die USA, China und Südkorea verschärfen ihre eigenen Rahmenwerke rund um die Sicherheit von Chemikalien und die Kommunikation ihrer Gefahren. Folglich werden sich global agierende Etikettenhersteller auf ein zunehmend anspruchsvolles regulatorisches Umfeld einstellen müssen.
Mit den Lösungen von Bobst können sich Verpackungshersteller zukunftssicher aufstellen. Das Unternehmen wird seinen Kunden hier auch weiterhin mit Innovationen zur Seite stehen. KI und digitale Technologien erweisen sich in vielerlei Hinsicht als wertvolle Werkzeuge, die künftig beim Einhalten gesetzlicher Vorschriften unterstützen können.
- Sie ermöglichen eine automatische Prüfung von Etiketten-Designs, ob bei ihnen die Symbole, Warnhinweise und Pflichtangaben den gesetzlichen Vorgaben entsprechen. Das kann Unternehmen helfen, manuelle Fehler zu reduzieren und Etiketten bei Gesetzesänderungen schnell zu aktualisieren:
- Zudem ermöglichen sie über Serialisierungen, intelligente digitale Markierungen, Track & Trace-Systeme und digitale Kennzeichnungselemente wie QR-Codes eine bessere Rückverfolgbarkeit.
KI wird einen Beitrag dazu leisten, dass Etikettenhersteller die gesetzlichen Vorgaben schneller, genauer und in skalierbarer Weise einhalten können. Die zunehmende Regulierung bei Etiketten spiegelt einen generellen Umbruch hin zu sichereren, transparenteren und nachhaltigeren Verpackungen wider. Passen sich Etikettenhersteller schnell an, kann die regulatorische Komplexität für sie einen Wettbewerbsvorteil mit sich bringen. Mit seinen hochentwickelten Maschinen, konformen Tinten, Inspektionstechnologien und integrierten Prozessen bietet BOBST Etikettenherstellern die Werkzeuge, die sie benötigen, um wettbewerbsfähig zu bleiben – und nicht nur, den Vorschriften zu entsprechen.
Auch in Zukunft wird Bobst Innovationen vorantreiben. Dank dieser können Verpackungshersteller den regulatorischen Veränderungen mit Zuversicht entgegenblicken und aus ihnen für ihre Unternehmen Wachstumschancen entwickeln. (Bildquelle: Bobst)


























