HERMA Wie überzeugt man Kunden schnell für nachhaltige Etikettenlösungen – und schafft Klarheit trotz inzwischen enormer Materialvielfalt und zunehmendem regulatorischen Druck? Bei der D.O.G. Label GmbH & Co KG in Wien/A setzt man auf den digitalen »GreenGuide« und hat damit schon einige Kunden begeistert.
Der »GreenGuide« ist ein bislang wohl einzigartiges Tool (www.herma.de/material/greenguide). Mit nur drei oder vier einfachen Vorgaben, etwa zu Verpackungsart, gewünschtem Nachhaltigkeitsaspekt und Material, liefert er eine aussagekräftige Entscheidungsgrundlage für die Auswahl eines geeigneten Haftmaterials. Anna-Carin Speneder-Magnet, Head of Business Development bei D.O.G. Label, hatte das Tool auf der letztjährigen Fachpack entdeckt. »Ich fand es faszinierend, wie einfach und strukturiert man damit zu einem sinnvollen Lösungsvorschlag geführt wird, der sich sofort realisieren lässt«, sagt sie. »Der zweite Vorteil ist: Ich setze den ›GreenGuide‹ nicht nur ein, um mich selbst zu informieren. Sondern ich kann damit auch gezielt Kunden an nachhaltige Lösungen heranführen, ohne sie zu überfordern.« Gerade in den Branchen, in denen D.O.G. Label einen Schwerpunkt hat – Lebensmittel, Pharma und Kosmetik – kommt das gut an. So hat sie neulich zusammen mit einem Kunden eine Lösung gefunden, um Obst und Gemüse direkt zu bekleben. Mit wenigen Klicks gelangten sie gemeinsam zu einem Haftmaterial, dessen Etikettenmaterial und Haftkleber nach NF T51-800:2015 durch die DIN CERTCO GmbH für die Heim- und Gartenkompostierung zertifiziert ist. »Das haben wir dann auch so realisiert – und der Kunden war sehr zufrieden.«
Verpackungen kompetent ganzheitlich betrachten
Der fast schon spielerische Ansatz des »GreenGuide« hilft auch dabei, oftmals noch vage Vorstellungen oder Ideen zu konkretisieren: »Wir spüren zwar, das Interesse an nachhaltigen Lösungen im Allgemeinen ist bei unseren Kunden stark gestiegen«, erläutert Speneder-Magnet. »Aber im Detail gibt es weiterhin deutliche Informationsdefizite, gerade was die konkreten Auswirkungen der neuen EU-Verpackungsverordnung, der PPWR, angeht.« So sei etwa noch wenig bekannt, dass mit der erweiterten Herstellerverantwortung, der EPR, eine Kostentragungspflicht einhergeht. Schon ab 2028 sollen zum Beispiel Material, Recyclingfähigkeit und Recyclinganteile der kompletten Verpackung, also inklusive der Etiketten, bei der Berechnung der Gebühren berücksichtigt werden. Die Gebührenspanne zwischen guter und schlechter Recyclingfähigkeit wird voraussichtlich sehr groß sein: Zu rechnen ist mit Faktor 10. »Das ist eine Information, die gerade bei Kostenbetrachtungen unbedingt miteinfließen müsste. Natürlich wollen alle idealerweise preisneutrale Lösungen. Aber wenn das in Gänze nicht immer zu erfüllen ist, sollte man drohende EPR-Gebühren vernünftigerweise stets gegenrechnen mit etwas höheren Materialkosten. Da gehen so manchem Kunden die Augen auf.«
Hier hat D.O.G. Label einen großen Vorteil. Denn das Unternehmen kann auf umfassende Expertise zurückgreifen, um Verpackungen ganzheitlich zu betrachten: D.O.G. Label ist Teil der D.O.G. GmbH mit Hauptsitz in Darmstadt/D. Diese wiederum ist spezialisiert auf anspruchsvollen Packmittelbedarf, vor allem für die Pharma- und Kosmetikindustrie. »Wir verfolgen auch vor diesem Hintergrund sehr glaubwürdig einen ganzheitlichen Beratungsansatz, der die gesamte Verpackung miteinbezieht«, so Speneder-Magnet. Ohnehin nimmt D.O.G. Label das Thema Nachhaltigkeit sehr ernst. Der Industriebetrieb erzeugt mit eigener Photovoltaikanlage 165.000 kWh pro Jahr und spart damit 55 to CO2. Die unternehmenseigenen Bienenvölker sorgen nicht nur für hochwertigen Honig, sondern helfen auch der Natur. Zudem ist der erste Nachhaltigskeitsbericht fest geplant und die Silber-Medaille in der EcoVadis Bewertung angestrebt.
Der einfache Einstieg in Nachhaltigkeit
Natürlich kann auch ein digitaler »GreenGuide« auf Kundenseite bestehende Informationsdefizite nicht ohne weiteres beseitigen. »Aber er senkt auf Kundenseite deutlich die Hürden, sich mit dem Thema überhaupt zu befassen und auch mal neue Ansätze zu verfolgen«, weiß Anna-Carin Speneder-Magnet aus ihrer bisherigen Erfahrung. Zum nachhaltigen Materialportfolio zählt zum Beispiel auch das HERMAsilphie. »Es nutzt Papier aus Fasern der umwelt-, vor allem aber auch bienenfreundlichen Silphie-Pflanze und ist aufgrund seiner Optik hervorragend geeignet für das Green Packaging nachhaltiger Produkte, gerade im Bereich Kosmetik oder Lebensmittel. Mit Hilfe des digitalen ›GreenGuide‹ stellen so einige Kunden fest, dass es doch gar nicht so kompliziert ist, den ersten oder zweiten Schritt in Sachen Nachhaltigkeit zu gehen.« Und wie heißt es so schön in dem chinesischen Sprichwort: »Auch die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt.« (Bildquelle: Herma)
〉 www.herma.de
〉 www.dog-label.at


























