VTT Das Technische Forschungszentrum Finnlands und die LUT-Universität, Lappeenranta/FI, haben vollständig auf Zellulose basierende Folien- und Beschichtungsmaterialien entwickelt, die die Barriereeigenschaften herkömmlicher Kunststoffe erreichen. Im Rahmen des Projekts »F3 Films for Future« haben sie im März 2026 Demonstrationen im Pilotmaßstab für verschiedene Verpackungsanwendungen abgeschlossen.
Die Materialien können eher wie ein Polymer als wie eine Faser verarbeitet werden und ergeben transparente Folien mit Sauerstoffdurchlässigkeitsraten unter 1 cm3/m2/Tag bei 23 °C und 50% relativer Luftfeuchtigkeit, vergleichbar mit herkömmlichen Kunststofffolien. Barrierebeschichtungen erreichten Sauerstoffdurchlässigkeitsraten unter 0,2 cm3/m2/Tag und eine Fettbeständigkeit nach KIT 12 in recycelbaren Verpackungssystemen auf Faserbasis. Die Verarbeitungskompatibilität mit herkömmlichen Verarbeitungsverfahren, einschließlich Thermoformen, wurde nachgewiesen.
Die Entwicklung zielt auf den regulatorischen Druck durch die EU-Verordnung über Verpackungen und Verpackungsabfälle ab, die die Anforderungen hinsichtlich Recyclingfähigkeit, Materialzusammensetzung und Auswirkungen auf den Lebenszyklus verschärft, einschließlich Grenzwerten, die den Kunststoffanteil in faserbasierten Materialien auf unter 5 Gewichtsprozent begrenzen.
»Kunststofffolien gehören zu den am häufigsten verwendeten Verpackungsformaten, sind jedoch gleichzeitig besonders schwer zu recyceln und eine Hauptquelle für anhaltende Umweltverschmutzung«, sagte Ali Harlin, Forschungsprofessor am VTT. »Zellulosematerialien eröffnen neue nachhaltige Wege für Verpackungen.«
Die nächsten Schritte konzentrieren sich auf die Skalierung hin zu kommerziellen Anwendungen in Verpackungen für Trockenlebensmittel, Backwaren und faserbasierte Verpackungen, die transparente Barriereschichten erfordern. An dem Projekt waren 34 Industriepartner beteiligt, und es wurde vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung finanziert. (Bildquelle: VTT)
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