FRAUNHOFER SIT Forschende des Instituts in Darmstadt/D haben einen Drucker entwickelt, der fälschungssichere Pflegeetiketten für Textilien erstellt. Diese liefern neben den üblichen Waschhinweisen zusätzliche Information zum digitalen Produktpass und weisen auch die Echtheit des Kleidungsstücks nach. Um Produktinfos einzusehen und die Echtheit zu überprüfen, reicht es, mit dem Smartphone den aufgedruckten QR-Code des Etiketts in einer eigens hierfür entwickelten App zu scannen. Fälschungssicher ist das Etikett, weil das Smartphone die einzigartige Oberflächenstruktur des Materials nutzt und mit den im QR-Code hinterlegten Informationen abgleicht.
Fälschungen im Bekleidungssektor stellen Textilhersteller und Handel vor große Herausforderungen. Retouren oder verdächtige Waren müssen geprüft werden, um eventuelle Fälschungen zu identifizieren. Auch im Second-Hand-Markt für Luxusmarken sind Fälschungen ein großes Problem. Ein neuartiges Drucksystem für Textiletiketten stellt ein prüfbares Pflegeetikett her, sodass Hersteller, Handel sowie Käuferinnen und Käufer schnell mit ihrem Smartphone prüfen können, ob ein Kleidungsstück echt ist.
Oberflächen-Fingerabdruck beweist Echtheit
Der am Fraunhofer SIT entwickelte Drucker erzeugt Pflegeetiketten und nutzt dabei eine neuartige Fingerprinting-Technologie: Jedes Etikett hat eine einzigartige Oberflächenstruktur, dessen Eigenschaften einzigartig und eindeutig sind. Aus diesen natürlichen Mikrostrukturen gewinnt das Drucksystem einen einzigartigen Fingerabdruck des Etiketts. Dieser Fingerabdruck wird zusammen mit einer Seriennummer und dem digitalen Produktpass in einen QR-Code hinterlegt. Der Produktpass enthält Informationen wie Materialzusammensetzung, Herkunft, Pflege, ökologischem Fußabdruck und mehr und ist ab 2027 verpflichtend für Kleidung. Der Code wird anschließend auf das Pflegeetikett gedruckt und später in das Kleidungsstück eingenäht. Damit kann jedes Modelabel die bestehenden Pflegeetiketten mit den smarten Etiketten ersetzen.
Der Hersteller speichert die Seriennummer und den individuellen Fingerabdruck in einer Datenbank. Sobald die Echtheit eines Kleidungsstücks überprüft werden muss, beispielsweise bei einer Retourensendung, können Mitarbeitende den QR-Code mit der dafür entwickelten App auslesen. Die App vergleicht den Fingerabdruck und die Daten aus dem Code mit den hinterlegten Referenzdaten. Augenblicklich zeigt die App, ob das Kleidungsstück ein Original oder eine Fälschung ist. Nicht nur Hersteller und Handel, auch Kundinnen und Kunden können jederzeit beim Kauf und danach selbst das Etikett scannen und so prüfen, ob das gekaufte Produkt authentisch ist.
Das hochinnovative Drucksystem
Für den Bau des Etiketten-Druckersystem haben die Forschenden des Fraunhofer SIT bewusst auf hochqualitative und robuste Hardware sowie Druckverfahren gesetzt. Die Fingerprinting-Technologie selbst stammt aus dem Fraunhofer-Projekt »Smart ID« der drei Fraunhofer-Institute SIT, IAP und FOKUS. Sie wurde ursprünglich zur sicheren Identifikation unterschiedlicher Papiere und Produkte entwickelt und findet nun erstmals Anwendung bei Pflegeetiketten. Der Bau der Lösung wurde beauftragt von der Alvivo GmbH, die auch die Exklusivrechte an dem Drucksystem hält. Die evia Gruppe lizenziert die Smart-ID-Technologie und betreibt Server, App und Datenbank unter der Marke Original-ID. (Bildquelle: Fraunhofer SIT)
〉 www.sit.fraunhofer.de/smartid


















