DOMINO PRINTING Die Nachfrage nach Etiketten in kleinen Auflagen wächst kontinuierlich. Markttrends wie Personalisierung, Regionalisierung, E-Commerce und Nachhaltigkeit zwingen Weiterverarbeiter dazu, ihre Betriebsmodelle agiler auszurichten. Laut der europäischen Finat Radar 28-2025 Umfrage sehen fast ein Viertel (23%) der befragten Weiterverarbeiter Flexibilität bei Kurzauflagen und Kundenbindung als entscheidend für ihren zukünftigen Erfolg an.
Sarah Ervin, Digital Printing Technical Product Manager bei Domino Printing Sciences, zeigt auf, wie Weiterverarbeiter mit der steigenden Komplexität und dem hohen Tempo dieser Anforderungen Schritt halten können. Ihr Fazit: Intelligente digitale Workflows sind der Schlüssel zu mehr Agilität und Wettbewerbsfähigkeit.
Die Umstellung auf den Kleinauflagen-Etikettendruck
Der Markt für Kleinauflagen im Etikettendruck wächst rasant. Unternehmen weltweit schätzen die Flexibilität und Agilität, die kleinere Druckauflagen ermöglichen. Um regionale Sprach- und Regulierungsanforderungen abzudecken und E-Commerce-Geschäftsmodelle zu unterstützen, differenzieren Marken ihre Produktportfolios zunehmend stärker. Hinzu kommt der Wunsch nach innovativen saisonalen und aktionsbezogenen Kampagnen für eine stärkere Kundenbindung – etwa Dr. Peppers »Pick your Pepper« oder Pepsis Emoji-Kampagnen. Auch QR-Code-Aktionen und 2D-Codes nach GS1-Standard gewinnen zunehmend an Bedeutung, da sie Marken wertvolle zusätzliche Einblicke in das Konsumverhalten ermöglichen.
In der Praxis bedeutet das: Die Produktion vieler unterschiedlicher SKUs in kleineren, häufigeren Auflagen ersetzt zunehmend klassische Großauflagen. Für Weiterverarbeiter und Marken unterstützt dieser Wandel zudem Nachhaltigkeitsstrategien wie gezielten Lagerabbau: Mit reduzierten Lagerbeständen für Substrate und gedruckte Etiketten lässt sich Abfall durch Obsoleszenz auf ein Minimum beschränken.
Grenzen der traditionellen analogen Arbeitsabläufe
So überzeugend die Vorteile auch sind – die Anforderungen der Kleinauflagenproduktion sind komplex. Weiterverarbeiter müssen schneller reagieren und deutlich mehr Aufträge mit kleineren Volumina abwickeln. Das führt in analogen Prozessen häufig zu Engpässen. Manuelle Einrichtung, Farbjustierung und Druckpassereinstellungen sind zeitaufwendig und verursachen oft erhebliche Makulatur, bevor die gewünschte Druckqualität erreicht ist. Zudem ist für Einrichten und Testläufe qualifiziertes Fachpersonal notwendig, wenn kostspielige Fehler vermieden werden sollen, die die Produktionsabläufe stören und die Rentabilität beeinträchtigen würden.
Selbst bei Wiederholaufträgen bleibt der manuelle Einrichtungsaufwand hoch. Der Versuch, Kleinauflagen mit analoger Technologie zu realisieren, stößt daher schnell an Grenzen und gefährdet Produktivität und Wirtschaftlichkeit.
Zwar erkennen immer mehr Weiterverarbeiter die Flexibilität und Agilität digitaler Drucksysteme als entscheidenden Erfolgsfaktor. Doch die Investition in die Technologie allein reicht nicht aus. Ebenso wichtig sind effiziente Workflows, um das volle Potenzial digitaler Drucklösungen auszuschöpfen.
Wie digitale Workflows den Erfolg bei Kurzauflagen ermöglichen
Die Zusammenarbeit mit einem Anbieter für Digitaldrucklösungen, der die Optimierung von Produktionsprozessen und Workflows unterstützend begleitet, kann den Einstieg in den Digitaldruck erheblich beschleunigen und die Auslastung der Drucksysteme steigern. Digitale Workflows reduzieren operative Komplexität, vereinfachen Prozesse und minimieren Fehlerquellen. Der Zugriff auf vorkonfigurierte Einstellungen für häufig verwendete Materialien senkt den Materialverbrauch während der Einrichtung deutlich und spart im Vergleich zu analogen Plattformen im Durchschnitt rund 30 Minuten pro Auftrag.
Statt jede Datei einzeln für den Druck vorzubereiten, nutzen Vorstufen-Workflows sogenannte Hot Folder, über die Druckdaten importiert und wiederkehrende Arbeitsschritte automatisiert werden. Diese Voreinstellungen übernehmen Farbmanagement, Step-and-Repeat-Layouts und das Hinzufügen von Passermarken für die Veredelung. Manuelle Anpassungen entfallen, die Wiederholgenauigkeit steigt, und Hochgeschwindigkeits-RIPs bringen Aufträge schneller an die Druckmaschine.
Ergänzt wird dies durch Dateimanagement-Funktionen zur Archivierung und schnellen Wiederverwendung wiederkehrender Kundenaufträge. Exakte Nachdrucke lassen sich so mit minimalem Aufwand realisieren.
Diese intelligenten Tools beschleunigen die Auftragsabwicklung und maximieren die produktive Zeit. Durch die Einführung digitaler Arbeitsabläufe können Weiterverarbeiter die Zahl der menschlichen Eingriffe begrenzen, Prozesse beschleunigen und das Risiko kostspieliger Fehler verringern.
Digitales Mindset als Wettbewerbsvorteil
Um die Geschwindigkeit, Agilität und Effizienz des Digitaldrucks voll auszuschöpfen und die Investition nachhaltig zu nutzen, müssen viele Weiterverarbeiter gewohnte analoge Arbeitsweisen hinterfragen. Digitale Drucktechnologien und Workflows ermöglichen es, Kurzauflagen schnell, flexibel und profitabel umzusetzen. Kürzere Durchlaufzeiten für Design-Änderungen – von Monaten auf wenige Tage – geben Marken die Möglichkeit, schneller auf Trends zu reagieren und Marketingaktionen über die Verpackung kontinuierlich zu optimieren.
Digitale Workflows wirken sich auch positiv auf den operativen Alltag aus. Vertriebsteams können schneller auf Kundenanfragen reagieren und ihre Erfolgschancen erhöhen. Nachhaltigkeitsziele werden durch geringeren Ausschuss unterstützt. Gleichzeitig erleichtert die digitale Einrichtung die Einarbeitung neuer Mitarbeitender, da weniger druckspezifisches Fachwissen erforderlich ist.
Weiterverarbeiter mit digitalem Mindset können kontinuierlich optimieren – nicht nur, indem sie ihre Arbeitsabläufe automatisieren, sondern auch durch den erzielten Wettbewerbsvorteil. Die Produktion wird auf Auftrags- und auf Laufebene durch Automatisierung beschleunigt. Indem mehrere SKUs – auch von verschiedenen Kunden – auf demselben Substrat und mit denselben Stanzformen gruppiert werden, können sie in einem Lauf auf einer einzigen Rolle gedruckt werden. Das bedeutet einen Effizienzgewinn. Durch das Schneiden und Aufwickeln von Etiketten in Chargen reduziert sich auch die Veredelungszeit, während die für Kurzauflagen erforderliche Agilität steigt. Digitale Workflows lassen sich zudem in MIS-Systeme integrieren, um Produktionsdaten auszuwerten oder Aufträge automatisiert zu übergeben.
Schlussfolgerung: Digitale Transformation als Schlüssel
Der Kleinauflagen-Etikettendruck ist gekommen, um zu bleiben – und verändert die Verpackungslandschaft grundlegend. Er ermöglicht häufige Designänderungen, individuelle Gestaltung mit 2D-Codes für höhere Kundenbindung, ohne regulatorische Anforderungen aus dem Blick zu verlieren.
Um die Vorteile des Etikettendrucks in Kleinauflagen zu nutzen, benötigen Weiterverarbeiter intelligente, agile Workflows, die messbare Vorteile liefern: höhere Effizienz, weniger Abfall und schnellere Reaktionszeiten auf Markenanforderungen.
Eine echte digitale Transformation muss alle Bereiche des Betriebs umfassen – nicht nur, um Kunden- und Nachhaltigkeitsziele wirtschaftlich zu erreichen, sondern auch, um langfristige Wettbewerbsvorteile zu sichern. Erfolgreicher Kurzauflagen-Etikettendruck bedeutet daher mehr als die Anschaffung digitaler Drucktechnik: Entscheidend ist die Zusammenarbeit mit einem Digitaldruck-Partner, der Weiterverarbeiter unterstützt, auf ein neues digitales Mindset umzustellen. (Grafik: Domino Printing)






















